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Es ist sehr dynamisch geworden, seitdem wir am 5.12.2020 den Arbeitskreis „Bad Vilbeler Stadtwald“ gegründet haben. Viele Bürger:innen haben sich an uns gewandt. Bei Spaziergängen ergeben sich immer wieder Gespräche, die zeigen wie wichtig das Thema in Bad Vilbel ist.

Wir, das sind Karin Schmidt, Heike Schloßhan-Salomon, Christof Strohkark und Gunther Salomon wollen uns für den Bad Vilbeler Wald einsetzen, so dass er eine Chance hat, den Klimawandel zu überstehen.

Dazu möchten wir herzlich alle Bad Vilbeler einladen. Die Umweltvereine und -verbände gehören genauso dazu, wie die im Stadtparlament vertretenen Parteien.

Wir werden den Dialog mit dem neuen Förster suchen und möchten in der Kommission mit ihm zusammen arbeiten.

Wir laden die Stadt Bad Vilbel ein, etwas mehr Demokratie zu wagen. Es gab schon einmal die „Kommission für Umwelt-, Land-, und Forstwirtschaft“, die möchten wir mit neuem Leben füllen.

Netiquette für einen fairen Dialog und ein respektvolles Miteinander. Ansehen

Dieser Beitrag hat 13 Kommentare

  1. Caro

    Hey, das ist eine tolle Aktion! Der Wald ist superwichtig. Ich interessiere mich auch schon länger für Wald, Waldwirtschaft und vor allem Naturschutz und sinnvolle Waldnutzung. Auch ich verstehe die derzeitige Abholzung nicht. Vor allem nicht die Nutzung des schweren Geräts, welches den Waldboden übermäßig beansprucht sowie verdichtet und die Kleinstlebewesen darin unwiederbringlich zerstört. Der Waldboden kann dann unter anderem die wichtige Schwammfunktion für die Speicherung des Wassers für Tockenzeiten nicht mehr erfüllen. Gerade das wäre aber sehr wichtig. Die trockenen Sommer werden uns wohl erhalten bleiben. Umso wichtiger ist diese Funktion für die Erhaltung der Bäume. Und natürlich muss der Wald genutzt werden dürfen. Dann fände ich eine schonende Entnahme mittels Rückepferden gut. Das schont den restlichen Wald, dauert aber natürlich wesentlich länger. Leider regiert ja immernoch das liebe Geld. Doch das sollte die Nachhaltigkeit den Menschen wert sein.

  2. Klaus Schermelleh

    Liebe Initiatoren,
    seit 2014 leite ich für die NaturFreunde Bad Vilbel Pflanzenexkursionen in und am Vilbeler Wald. Deshalb liegt mir dieser schöne Wald natürlich am Herzen und ich unterschreibe gerne die Petition. Allerdings habe ich hierzu drei Anmerkungen:
    1. Es stellt sich die Frage, ob die Stadt Bad Vilbel überhaupt der richtige Ansprechpartner ist, denn der Wald wird von Hessen-Forst bewirtschaftet.
    2. Das letzte Wort zeigt es schon: Natürlich ist der Wald ein Wirtschaftswald, wie fast alle Wälder. Aber es kommt auf den Umfang und die Art und Weise an. Da muss sich etwas ändern.
    3. In der Petition heißt es „Die Mehrzahl der gefällten Baumstämme wird aus dem Wald entnommen.“ Mir fällt hingegen auf, dass sich an den Wegrändern seit Jahren die schönsten Baumstämme stapeln und jetzt kamen noch neue hinzu. Ob die auch wieder liegen bleiben? Welche „Straegie“ steckt dahinter? Überhaupt keine?
    Initiative und Petition sind wegen dieser und anderer Fragen und Widersprüche (siehe Petition) für mich sehr begrüßenswert. Ich hoffe, dass die Aktion erfolgreich sein wird und bin zur Mitabeit gerne bereit!

  3. Vielen Dank für die Initiative!
    Habe die Petition soeben unterzeichnet. Den Link habe ich an viele Freunde und Bekannte weitergeleitet, in der Hoffnung dass sich so das Wissen über die Existenz Ihrer Webseite schnell verbreitet.
    Die Systematik und Logik der Baumfällungen erschließt sich mir als Laie nicht. Mit der Wiedereinführung der Kommission für Umwelt-, Land-, und Forstwirtschaft erhoffe ich mir Antworten.
    Herzliche Grüße!

  4. Karin Schmidt

    Ich bin sehr froh über die Gründung dieser Initiative, denn kritische Fragen zur Strategie der Waldbewirtschaftung und die Forderung nach einem zukunftsweisenden Konzept sind nach den jüngsten Ereignissen mehr als berechtigt. Einfache Antworten gibt es angesichts des komplexen Themas sicher nicht. Doch am Anfang eines Umdenkens steht die Entscheidung FÜR den Erhalt des Vilbeler Waldes als Naherholungsgebiet und vor allem als wertvolles Ökosystem, das einen essentiellen Beitrag zur Linderung der Klimafolgen direkt vor unserer Haustür leistet. Dieser Nutzen wird im Verhältnis zum „Rohstoff Holz“ noch viel zu wenig berücksichtigt und wertgeschätzt.
    Die Bürgerinitiative hat Vorbildcharakter, denn der wirtschaftlich motivierte Lobbyismus der Forstbetriebe ist nicht nur regional sondern bundesweit eine große Hürde auf dem Weg, mehr Naturwald zu wagen. Es ist ein steiniger Weg und ich wünsche dem Arbeitskreis Durchhaltevermögen und viel Erfolg!

  5. Claudia Blank

    Liebe Initiatoren,
    Gratulation zu Euerer wichtigen Initiative und zur Petition, die wir gerne mit unterstützen würden. Bitte nehmt Kontakt auf zur BBIWS unter: http://www.bundesbuergerinitiative-waldschutz, wenn Ihr Euch zB.mit Eurer Initiative anschließen wollt. Aktuell wurde ein Offener Brief an Hessenforst und die politisch Verantwortlichen verschickt. Alles weitere über unsere Kontaktadresse. Soviel vorneweg: Eure Wahrnehmung stimmt.

  6. Christof Strohkark

    Zum Artikel „Minkel vermisst den Respekt“ in der WZ vom 17.12.2020
    Der Vilbeler Wald ist schwer krank, ein Großteil der den Wald prägenden alten Buchen ist schon stark geschädigt. Würde man alle kranken Bäume fällen, bliebe vom Wald vermutlich nicht mehr viel übrig. Eine solche Situation ist komplett neu – auch für die Forstverwaltung und die für sie arbeitenden Forstwirte in Hessen. Auch sie können keine auf Erfahrung basierende Kompetenz darüber mitbringen, welche Wege in Zeiten des Klimawandels am besten zur Rettung der Wälder beschritten werden sollten. Es spricht aber vieles dafür, dass die Strategien von gestern nicht mehr greifen und sich im Gegenteil als schädlich erweisen dürften.
    Insofern ist eine offene und transparente Arbeit an neuen Konzepten zur Rettung des Waldes unter Einbeziehung von Interessengruppen und Fachleuten verschiedener Disziplinen notwendig. Durch die Einsetzung der in der Petition geforderten Kommission soll genau das erreicht werden.
    Es gibt mindestens zwei Gründe, vorsichtig optimistisch zu sein, dass dieser Weg erfolgreich sein kann:
    Erstens liegt allen Beteiligten – den Befürwortern der Petition und den Unterstützern der aktuellen Waldbewirtschaftung – die Rettung des Waldes am Herzen, es gibt nur Differenzen über das „wie“. Ein gemeinsames Ziel ist trotz aller Differenzen eine gute Basis.
    Zweitens ist der Bad Vilbeler Stadtwald nach meinen Informationen kein Wirtschaftswald, er dient nicht wirtschaftlichen Zwecken. Das vergrößert den Raum möglicher Optionen und Bewirtschaftungsformen deutlich.

    Es gibt aber andererseits mindestens zwei Gründe, die den Optimismus dämpfen:
    Erstens ist der Umgangston, mit dem Herr Minkel engagierte Bürgerinnen und Bürger abzukanzeln versucht und sie offensichtlich nur als Störenfriede begreift, keine Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.
    Zweitens spricht der von Herrn Minkel verfolgte Ansatz, eine bereits erarbeitete Konzeption zur Rettung des Waldes nicht öffentlich zu machen, bis der Kommunalwahlkampf vorbei ist, weder für ein ausgeprägtes Demokratieverständnis noch für ein angemessenes Problembewusstsein. Der Klimawandel wartet nicht bis zum 14. März 2021 und der Wald sollte nicht zum Gegenstand parteipolitischer Differenzen werden.
    Zu beiden letztgenannten Punkten würde ich mir ein moderierendes Einwirken des freundlich und höflich auftretenden Bürgermeisters wünschen, damit letztlich der Optimismus überwiegen kann.

  7. Claus Metz

    Seit Jahren beobachte ich, wie Bäume im Stadtgebiet und im Vilbeler Wald gefällt werden, ohne dass ich eine Instabilität oder mangelnde Belaubung oder Rindenkrankheiten wie in den Taunus-Fichtenwäldern sehen kann. Die stattlichen Buchen und Eichen, die im Dez. 2020 im Vilbeler Stadtwald gefällt wurden, zeigen an den Schnittstellen fast alle kräftiges Holz ohne Höhlungen, morsche Stellen o.ä. Auch keine Rindenablösung. Dass Herr Minkel das geltende Forstkonzept versteckt und zur Ehrfurcht vor dem alten Förster mahnt, weckt eher den Verdacht, dass die erneute gesteigerte Fällorgie auf traditionellen Forstkonzepten aus der Vor-Trockenzeit beruht, die „die Schuld“ fürs Waldsterben bei Schädlingen sucht, die samt Bäumen ausgemerzt werden müssten. Je lichter das Kronendach durch Fällungen wird (guckt mal im Stadtwald nach oben), desto mehr kann der trockene Wind den Wald weiter austrocknen und als Sturm vereinzelten Baumriesen umblasen. Ich bin sehr erleichtert, dass ihr InitiatorInnen und auch Klaus Schermelleh sich für eine kritische Kontrolle Ende der Fällungen einsetzen.

  8. Angelika Ungerer

    Die deutschen Wälder spielen eine maßgebliche Rolle, wenn man an den Klimawandel denkt. Um diesem entgegenzuwirken müssen sich die Kommunen etwas anderes überlegen, als immer gleich mit dem Beil zu kommen. Ich schließe mich da Claus Metz an und glaube auch, dass man hier einfach auf eine altbewährte Methode zurück gegriffen hat um irgendwelche Schädlinge auszumerzen. Der Bad Vilbeler Wald diente wohl immer der Forstwirtschaft und galt nicht als Naherholungsgebiet. Sollte dies jemand besser wissen, kann er mich gerne korrigieren. Der Wald steht im Eigentum der Stadt Bad Vilbel und Hessenforst verwaltet ihn. Andere Gemeinden, z.B. im Lahn-Dill-Kreis, haben sich gegen die Verwaltung von Hessenforst entschieden und einen eigenen Förster angestellt. Dort sieht der Wald dichter und ursprünglicher aus.

  9. Karin Schmidt

    Hallo Frau Ungerer, herzlichen Dank für Ihren Beitrag. Könnten Sie konkret Gemeinden im Lahn Dill Kreis nennen, die auf Hessenforst verzichten und eigene Konzepte verwirklichen? Das wäre sehr hilfreich! Viele Grüße Karin Schmidt

  10. Melanie Wellmann

    Als ich heute durch den Vilbeler Wald mit meiner Tochter ging – so wie wir dies seit vielen Jahren tun- war ich enttäuscht und traurig. Enttäuscht wie die Stadt es zulassen kann, dass dieses wunderschöne Erholungsgebiet so zerstört wird. Traurig als meine zehnjährige Tochter sagte , dass der Wald wie ein Schlachtfeld mit (Baum) Leichen aussehen würde. Später allerdings wurde ich wütend und bin es noch immer, nämlich zu dem Zeitpunkt als ich das Wahlplakat der CDU sah. Ein wunderschöner, intakter Vilbeler Frühlingswald ist abgebildet mit dem Slogan #VilbelLiebe. Mir fehlen wirklich die Worte! Hier bin ich nun tatsächlich und glücklicherweise als Wählerin gefragt zu handeln. Für mich ist das Plakat vor dem Hintergrund der morgendlichen Bilder aus dem Wald ein buchstäblicher Schlag ins Gesicht.

  11. Roland Tatzel

    Es steht außer frage, dass der Wald (auch in Bad Vilbel) durch den Klimawandel einer katastrophalen Dürrebelastung ausgesetzt ist. Insofern ist die Forstwirtschaft gefordert, Konzepte zur Erhaltung der Wälder unter den Bedingungen des Klimawandels zu entwickeln und umzusetzen. Wollte man aber die Buchen als trockenheits-sensible Baumart aus dem Vilbeler Wald entfernen, bliebe von diesem Wald nicht mehr viel übrig! Hier sind also behutsame und langfristig nachhaltige Planungen erforderlich, bei deren Umsetzung auch die Selbstregulationskräfte des Ökosystems Wald berücksichtigt werden müssen.
    Gegenwärtig bietet aber der Vilbeler Wald das erschreckende Bild eines Schlachtfelds, das den Eindruck eines radikalen und massiven Holzeinschlags vermittelt: Überall gefällte Buchen, deren Zustand vielfach nicht auf einen ausgeprägten Trockenheitsschaden schließen läßt. Äste, Unterholz und Reste von Wurzeln türmen sich zu Bergen auf, an den Wegrändern werden die zersägten Stämme der Bäume meterhoch gestapelt. Der Waldboden ist von schweren Forstmaschinen aufgewühlt, zerfurcht und verdichtet, ganze Schneisen ziehen sich kreuz und quer durch den Wald. Sieht so nachhaltige und ökologische Forstwirtschaft aus?! Der Vilbeler Wald wird meines Wissens nicht wirtschaftlich genutzt, somit dürfte auch kein Kostendruck zur Gewinnung von Nutzholz bestehen. Der (zumindest teilweise) Einsatz von Rückepferden anstatt schwerer Forstmaschinen wäre also durchaus gerechtfertigt, wenn dadurch derart immense Schäden für den Waldboden vermieden werden können. Dass dieser Wald als eines der schönsten Naherholungsgebiete der Wetterau von zahllosen Menschen besucht und geliebt wird, dürfte wohl bekannt sein. Wenn jetzt mit dem Argument der forstwirtschaftlichen Notwendigkeit der Vilbeler Wald regelrecht verwüstet wird, dann könnte das fatale Folgen für die Kommunalwahl im März haben: Mit dem Stimmzettel in der Hand werden dann eventuell die Wähler ihren Unwillen zum Ausdruck bringen.
    Fazit: Die Forstwirtschaft muss, auch aus Sicherheitsgründen, auf die Dürreschäden mit angepassten Konzepten reagieren, keine Frage. Aber so wie derzeit im Vilbeler Wald kann und darf mit den Wäldern und auch mit den Bedürfnissen der Menschen nicht umgegangen werden! Und wenn man es dennoch tut, aus welchen Gründen auch immer, dann müssen die Bürger in die Entscheidungsfindung eingebunden werden. Das ist aber in der Vergangenheit nicht geschehen, nicht einmal für ausreichende Information und Transparenz wurde gesorgt. Sicher hat Hessen-Forst den Verwaltungsauftrag für den Vilbeler Wald, aber der Kontakt zu den Bürgern wird von den Stadtverordneten und den Parteien hergestellt. Zu deren politischer Verantwortung gehört es, die Menschen (also die Wähler) zu informieren, auf ihre Bedürfnisse einzugehen, sie zu überzeugen und zu gewinnen- das gilt für jedes Parteiprogramm genauso wie für die Bewirtschaftung des Vilbeler Waldes…

  12. Roland Brendel

    Ich begrüße die Initiative sehr!! Anfang 2019 sind wir nach Bad Vilbel gezogen und haben direkt neben dem Wald eine Wohnung gefunden. Da wir noch einen Hund hatten, war mehrfach täglich ein Gang im Wald angesagt. Anfang 2019 kein Problem. Im Herbst 2019 fingen erstmals für mich umfassende Baum- und Fällarbeiten an. Die Wege wurden täglich schlechter und ich glaubte noch an die Informationstafel, dass alle 5 Jahren einmal derartige Arbeiten passieren und anschließend die Wege wieder begehbar gemacht werden. Letzteres geschah schon mal nicht und ich rutschte in der Folge mehrfach aus und stürzte auch 2x – ich bin nicht mehr der jüngste. Dieses Jahr das gleiche wieder. Also, die Tafel zu den Waldarbeiten sollte man abbauen und verbrennen.
    Dann schreibt Herr Anonymus vom „Direkten Draht“ im Vilbeler Anzeiger auch noch, dass die Buchen eh nicht standfest seien (-????-) und die nachgepflanzten Eichen durch ihre tiefen Wurzeln doch viel besser seien und Trockenheit überstehen. Das mag stimmen, aber es hört sich für mich nach Monokultur auf andere Art an (wirtschaftlich ist Eiche sicher reizvoll). Zum anderen wird der Eichenprozessionsspinner vergessen. 2019 hatte ich davon noch nichts bemerkt, aber in 2020 habe ich mind. eine Eiche mit starkem Befall gesehen und gemeldet (hat wohl niemanden interessiert, da ich nie eine Antwort erhalten habe – auch nicht auf Rückfrage). Kurz danach wurden dann Warnschilder aufgestellt, die teilweise immer noch stehen. Für mich heißt das, mehr Eichen = mehr Eichenprozessionsspinner = zukünftige (Teil-)Sperrung des Waldes in den Sommermonaten, da niemand die Haftung für Gesundheitsschäden übernehmen will. Im Sommer Sperrung und im Winter die kommerzielle Nutzung des Waldes, d. h. Baumfällarbeiten.
    Diese haben aber noch andere Folgen. Im Frühling 2019 hörte ich jeden Abend / jede Nacht die Waldkäuze. In Frühling 2020 keinen einzigen. Ende 2020 / Anfang 2021 kamen wieder einige verzagte Versuche der Waldkäuze sich zu melden. Mit den verstärkten Waldarbeiten hat auch das wieder aufgehört.
    Mit den Wildschweinen ist es gerade umgekehrt. Diese halten sich vermehrt am Waldrand (z. B. Straße „Am Hahnen“) auf und wurden auch schon auf der Straße gesichtet.
    Und wenn ich mir die geschlagenen Stämme so ansehe … das waren keine maroden Bäume, die gefällt wurden, das sind nach meiner Einschätzung (zugegeben als Laie) gute Stämme, die gewinnbringend verkauft werden.
    Lange Rede: Lasst einfach mal wieder den Wald in Ruhe.

  13. Dr. Kerstin Helfricht

    Ich wohne seit gut einem Jahrzehnt in Bergen und gehe sehr oft im Bad Vilbeler Stadtwald spazieren. Heute fand ich an einer frisch zur Hälfte abgesägten alten Buche ein rotes DIN A4 Plakat mit der Adresse dieser Bürgerinitiative. Und war sehr erleichtert, dass es noch andere Menschen gibt, die das Schwinden der alten Bäume mit Sorge beobachten. Seit ca. zwei Jahren entdecke ich mit immer größerer werdendem Unmut den ruchlosen Umgang mit diesem für uns alle wertvollen Biotop: Das Schlagen der ältesten und schönsten Baume, das Lichtwerden des Waldes im Kronenbereich. Das angstvolle Flüstern der verbliebenen Bäume… Seit diesem Frühling kann ich vom Berger Höhenweg herunterkommend an einigen Stellen durch den Wald auf die Vilbeler Seite hindurchschauen. Ebenso besorgniserregend das verstärkte Eingreifen in den wichtigen zur Beschattung der Südseite dienenden verbuschten Waldsaum. Krude werden Büsche, Ranken, Sträucher und Äste einfach abgesägt, um das maschinelle Mähen der angrenzenden Wiesen zu erleichtern und womöglich die Wiesenfläche zu vergrößern. Der Wald verliert hier seinen Schutz vor der immer stärker werdenden Sommerhitze. Der Boden trocknet aus, die Bäume, die im Wald verblieben sind, geraten noch mehr in Stress. Ebenso wie die bereits in Kommentaren erwähnte zu starke Auslichtung der Baumkronen (durch das Entfernen der alten, großen, mit weitverzweigten Kronen schattenspendenden Baumsenioren), die dem „Verdursten“ und Austrocknen des Waldbodens Tor und Türe öffnet. Irgendwo steht am Wegesrand noch eine dieser Schautafel aus längst vergangenen Jahren, auf der eine nicht dem Profit dienende, schonende Bewirtschaftung des Bad Vilbeler Waldes gepriesen wird… Ich wollte diese Tafel eigentlich fotographieren und dann dazu im Schwenk die längs des Weges aufgestapelten Baumstämme… Nun aber schöpfe ich Hoffnung, dass die Stimmen dieses Forums vielleicht doch etwas ausrichten und den profitgierigen, unsensiblen und scheinbar nicht denkenden Bewirtschaftern den Sägearm stillegen. Ich freue mich jedenfalls, dass ich mit meinem Zorn nicht alleine bin.

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